Der Gutshof

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Als 1648 der Dreißigjährige Krieg vorüber war, entstand neben einem Schloss der Gutshof Mengersdorf mit seinem charakteristischen Zwillingsgiebel aus Fachwerk. Das ehemalige Rittergut Mengersdorf mit ca. 200 Hektar Wald, früher auch Landwirtschaft, ist seit 1602 im Besitz der Familie von Aufseß, wurde aber ca. 200 Jahre lang (bis 1948) von anderen Standorten der Familie aus verwaltet. Das früher benachbarte Schloss war lange unbewohnt und bereits im 18. Jahrhundert verfallen. Der Gutshof wurde seitdem als Wirtschaftsgebäude und Wohnung des Gutsverwalters bzw. des Försters genutzt. In der Mitte des kleinen Dorfes Mengersdorf liegt dem Gutshof direkt die barocke Kirche St. Otto gegenüber, die während der Entstehungszeit des Gutshofs von einer nur kurz blühenden Mengersdorfer Aufseß-Linie ausgebaut und nach einigen – nicht gerade gewaltlosen – Auseinandersetzungen zwischen dem Bayreuther Markgrafen und dem Bamberger Bischof evangelisch geweiht wurde.

Der markante Doppelgiebel und die schönen Kreuzgewölbe in den Stallungen (heutige Restauranträume) zeugen vom kurzen Reichtum Ende des 17. Jahrhunderts. Felder und Wälder in der Umgebung wurden bewirtschaftet und füllten im Herbst das geräumige Tonnengewölbe im Kellergeschoss, in dem heute herrliche Feste gefeiert werden können.

In der damaligen guten Zeit wurden in Mengersdorf der spätere Bamberger Domherr Carl Siegmund und Jobst Bernhard geboren, der dann Stiftsprobst und Gründer des Knaben-Internats Aufsessianum in Bamberg wurde. Die Verlockungen der bischöflichen Karrieren samt ihrer Pfründe hatten allerdings die spartanisch-protestantische Lebensperspektive in Mengersdorf schnell unattraktiv gemacht. Schon nach der dritten Generation stand das Schloss leer. Der Gutshof wurde, mal schlecht mal recht, erst von Freienfels, später von Aufseß verwaltet. 1860 wurde der Gutshof im Teilungsvertrag der streitbaren Brüder Hans und Alexander dem letzteren nach Oberaufseß zugeschlagen.

Heute ist der Gutshof Mengersdorf das letzte von ehemals vielen Landgütern in der Fränkischen Schweiz, die in 900 Jahren von den Freiherren von und zu Aufseß erworben, verwaltet und wieder verkauft worden waren.

Erst als in der Mitte des 20. Jahrhunderts Lily von Aufseß mit ihrem Sohn Albrecht nach Mengersdorf umsiedelte, blühten die alten Gemächer wieder auf. Gerade war ein grausamer Krieg vorbei und hatte Mengen von Flüchtlingen in die Dörfer und damit auch in die Mauern des Gutshofs gebracht. Das über lange Zeiten geruhsame Dorfleben war vorbei, schlesische und ostpreußische Laute vermischten sich mit Kinderlachen.

Nachdem dann erst die Landwirtschaft niederging und später auch noch der Forst die Familie allein nicht mehr ernähren konnte, errichtete Albrecht von Aufseß 1961 im Gutshof den neuen Betrieb „Zaunbau Mengersdorf“. Der penetrante Geruch der Imprägniermittel und der Lärm von großen Holzfräsen prägten von nun an die Dorfmitte. Dafür konnten aber mit der neuen Bestimmung für über zwei Jahrzehnte etliche Familien ernährt werden. Albrechts Wirken hat vor allem dem – lange vernachlässigten – Mengersdorfer Wald sehr gut getan, dessen Wild heute in der Gutshofküche zu köstlichen Schmankerln zubereitet wird.

Wolf-Heinrich von Aufseß hat 1998 das denkmalsgeschützte, aber sanierungsbedürftige und leerstehende Gebäude des Gutshofs Mengersdorf übernommen und begann 2001 mit einer aufwändigen und denkmalschutzgerechten Renovierung.

Heute lädt der Landgasthof seine Gäste aus nah und fern ein, sich von dem kreativen und gastfreundlichen Gutshofteam in diesem historischen Ambiente verwöhnen zu lassen, ob nun bei einem Biergartenbesuch, im Restaurant, auf einer Familien- oder Betriebsfeier im Festsaal oder als Übernachtungsgast in einem der gemütlichen Doppelzimmer …

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